zur Navigation Inhalt überspringen Briefe, Gedichte und Sprüche 2002

Heft-Titelgrafik: Händereichen
Heft-Titelgrafik: Händereichen


Begegnung

Begegnung heißt zögern und doch weitergehen,
auf den anderen zugehen,
den anderen so sehen wie er ist,
den anderen so sehen wie er sein kann,
wie er sein möchte, wie er in meiner Sicht aufgehoben sein wird,

das Antlitz des anderen sehen,
die Gestalt des anderen wahrnehmen,
die Stimme des anderen hören,
die Gebärden des anderen achten.

Begegnen heißt entgegengehen,
einander anschauen,
sich selbst zurücklassen,
sich für den anderen öffnen,
empfangen, sich schenken,
fragen und antworten, ernst nehmen,

lachen, sich freuen, umarmen,
traurig sein, sich trösten lassen, sich die Hand geben,
versöhnen, frei werden, neu beginnen,
zusammen ein Stück des Weges gehen,
voneinander etwas erwarten,
miteinander Neues finden,
dasein füreinander.


Ende September 2002

Mein Grüß Gott an euch alle, liebe Freunde! Froh bin ich bei euch!

Bin darüber froh, dass ich wieder das meiste ohne Stockhilfe gehen kann und dankbar, wie ich wiederhergestellt bin! Und wenn ich nun noch dazu auf eure so begeisterten Freizeitberichte blicke, dann freu ich mich schon heute, dass ich mit euch 2003 wieder unterwegs sein werde!

Freude habt ihr mir die acht Monate in Wien gebracht wie ihr bei mir wart: Von weit her aus Deutschland, von überallher aus Österreich und von Südtirol habt ihr mich besucht. Nur dieses eine Beispiel: Unser Franz Sch. aus Linz (vollblind seit dem 19. Lebensjahr) kam vom äußersten Ende von Linz mit der Bahn nach Wien, danach weiter mit der Straßenbahn, alles allein und ohne Begleitung! Erst dort hat ihn sein Sohn Gerhard mit Adrian (ein Jahr alt) abgeholt. So standen sie ganz überraschend bei mir im Spitalzimmer. Wir hatten kurz vorher Franz' 80-er in großer Familien- und Freundesschar gefeiert - ich bin mit ihm und seiner Familie seit 1965 beisammen. Fleißig habt ihr mir mit dem Telefon die Nähe geschenkt. Die Wiener Freunde waren mir treu und regelmäßig zur Seite.

Vier unserer Freizeiten habe ich so erlebt: Vom Böhmerwald herüber ertönte ein vielstimmiger Saalgesang - mit deinem Jodler drüber, Karin. Vom Weißensee kam erfrischend euer Ufer-Ständchen bis ins Klosterzimmer - dort war ich schon gelandet. Bei zwei Freizeiten konnte ich zu Besuch sein: bei der Kultur- und Wanderfreizeit im Mostviertel und bei der Tandemwoche im Innviertel. In Lebensfülle waren sie gestaltet - das erste Mal in diesen schönen Flecken in Österreich. Eure Kartengrüße kamen von jeder Freizeit - ich danke euch mit frohem Herzen dafür! Ein Bild liegt am Schreibtisch vor mir - es erscheint mir wie ein Sinnbild für unsere Gemeinschaft: In einem Talabschluss liegt ein kleiner See. Gewaltig ragen ringsherum riesige Bergmassive auf. In den See hinein erstreckt sich eine Halbinsel, auf der etwa fünfzehn Fichten beisammen stehen, große und kleinere, wie eine Familie nahe beisammen und einander doch freilassend. Wie werden sie einander wohl schon geschützt haben bei dieser wilden Wucht der Bergstürme! Das ist es aber nicht so sehr, was mich bei ihnen an uns erinnert. Wieviel und wie lange schon wird gesprochen vom Schutz und der Verbesserung des Weltklimas. Diese kleine Gruppe trägt unaufhörlich bei, mit ihrem Sauerstoff die Luft für uns Menschen "gesund" zu gestalten. Wie atmen wir auf, wenn wir die Waldluft einatmen! Da wird uns oft erst der Wert eines Baumes bewusst! Und wie jede Nadel wichtig ist für den Baum, so gestaltet jeder Mensch das Klima unter den Menschen. Wo Menschen mit offenem Herzen aufeinander zugehen, da lässt sich's aufatmen wie in frischer Luft, da möchten wir dabei sein. Damit reinigen wir das Weltenklima, auch wenn es in unscheinbarer Weise geschieht - denn alles große Gelingen des Lebens wächst aus dem Kleinsten. Jeder Mensch hat dazu den Auftrag, dort wo er lebt. So können wir diese Freude erhalten, wenn wir einander von Herzen die Hand geben, um miteinander ein Stück des Weges zu meistern hin zum Ziel. Dabei ermutigen wir einander immer weiter!

Zum Abschluss blicke ich noch zu einem gemeinsamen Auftrag: Immer schon waren unsere Freizeiten belebt durch Familien. So manche Familie ist ja aus unserer Gemeinschaft gewachsen. Gehen wir bewusst aufeinander zu! Vielleicht könnten wir 2004 nach längerer Zeit und gut vorbereitet wieder eine Familienfreizeit gestalten - das wäre schön!

Jetzt im frohen Blick auf euch alle grüßt euch

euer Wilfried


Wir leben nur von dem, was wir ganz nah an uns herankommen lassen.

Peter Klever


Der Weg wächst im Gehen unter deinen Füßen wie durch ein Wunder.

Reinhold Schneider


Unwichtig - Wolken, Blumen, Stunden des Glücks zählen zu wollen.
Wolken ziehen weiter, Blumen verblühen, Stunden des Glücks vergehen -
wichtig aber, sie überhaupt zu sehen, zu erkennen, zu genießen,
sie in den Gedanken zu bewahren.


Nur die Gegensätze lehren einen die Welt kennen:
Wer nicht ums Dunkel weiß, kann das Licht nicht erkennen.

Aus Japan


Manchmal, über Nacht, erwacht eine Quelle zum Leben.
Manchmal, über Nacht, beginnt es zu grünen am kahlen Zweig.
Manchmal, über Nacht, bringt ein Traum dir das Licht zurück.
Manchmal, über Nacht, hat dich ein Engel besucht.

aus: Antje Sabine Naegeli, ,
© Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, Eschbach / Markgräflerland, . Auflage


Manchmal sind es die Träume, die dich überwintern lassen,
die dich in der Zeit abgestorbener Liebe und erfrorener Hoffnung
in zarten Bildern ahnen lassen,
dass kahle Zweige morgen wieder Knospen treiben.

aus: Christa Spilling-Nöker, Jeder Augenblick zählt. Segensworte,
© Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, Eschbach / Markgräflerland, 6. Auflage 2002


Du hast mich heute zum Lachen gebracht,
in meinen Sorgen und Ängsten, in meinen Fragen und Zweifeln.

Du hast mich heute zum Lachen gebracht,
als befreiende Erfahrung, als heilendes Erleben.

Du hast mich heute zum Lachen gebracht -
und meine zerzauste Seele liebevoll neckend frisiert.

Christa Carina Kokol


Manchmal ... möchte ich dein Engel sein:
Ich möchte dich stärken, wenn du schwach bist,
dich tragen, wenn du dich auf unsicherem Boden bewegst,
und hinter dir stehen, damit dir niemand in den Rücken fällt.
Ich möchte dich trösten, behutsam und sacht,
und aufmerksam sein auf jedes Wort deiner Klage.
Manchmal möchte ich dein Engel sein
und dir das Tor öffnen zu einer Welt, reich an Freude und Frieden.

aus: Christa Spilling-Nöker, Komm, mein Engel, komm. Beflügelnde Worte für jeden Tag.
© Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, Eschbach / Markgräflerland, 6. Auflage 2005


Es ist das Schlechteste nicht, immer wieder einmal an der Grenze entlang zu gehen,
dahinter zu schauen, was sich dort tut und was es sonst noch zu sehen gibt.
Am Ende, wenn alles gut gegangen ist, erwächst daraus ein innerer und äußerer Ertrag,
der mit nichts aufzuwiegen ist.

Aus Chile


Was das Leben ausmacht, sind nicht nur die Ziele, sondern die Wege zum Ziel.

Peter Bamm


Ich wünsche dir ...
dass du findest, was dir Lebensmut gibt trotz aller Last, die du mit dir trägst.
Halt möge dir zuwachsen, wo Gefährdung droht, Vertrauen im Ungewissen.
Ich wünsche dir, dass du trotz aller Einsamkeit Zugehörigkeit erfährst auf dieser Welt
und dir begegnet, was deiner Liebe wert ist.

aus: Antje Sabine Naegeli, ,
© Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, Eschbach / Markgräflerland, . Auflage


Ein Mensch wie Brot ist zum Anfassen, ein Mensch wie Brot ist genießbar.
Ein Mensch wie Brot lässt sich für andere teilen, ein Mensch wie Brot ist lebensnotwendig.
Ein Mensch wie Brot lässt das "Brot des Lebens" menschlich erfahren.
Du bist ein Mensch wie Brot.

Christa Carina Kokol


Alles hat seine Zeit,
für alles, was geschieht in der Welt, in unserem Leben, gibt es eine bestimmte Stunde.
Wir wurden nicht gefragt, ob wir geboren werden wollten.
Es ist uns aufgegeben, uns hineinzuleben in die Welt, in unser Leben
und die uns eigene Bestimmung immer wieder neu zu suchen,
zu geben, was wir können, zu nehmen, was wir dürfen,
zu werden, die wir sind, - um eines Tages, wenn die letzte Stunde naht,
in der wir alle Lust und Last des Lebens lassen,
im Rückblick auf erfüllte Jahre als leisen Trost im Herzen zu verspüren:
Mein Leben habe ich gelebt.

Doch wirft der Tod auch schon in unser Leben seinen Schatten:
Mit jedem Abschied lassen wir ein Stück von uns zurück;
die Nacht der Trauer und der Tränen und das Gefühl nie endender Verlassenheit
bleibt uns bisweilen nicht erspart.
Und dennoch ahnt es in uns leise,
dass auch auf diese Nacht ein Morgen folgt,
der uns mit Licht umfängt und neuem Leben,
dass Tränen trocknen und die Klagelieder wieder heiteren Gesängen weichen,
dass frohe Feste uns als Gäste wiedersehen und Sinnenfreude uns zum Tanz belebt.

Gedanken zu Kohelet von Christa Spilling-Nöker; aus: Christa Spilling-Nöker, Jeder Augenblick zählt. Segensworte,
© Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, Eschbach / Markgräflerland, 6. Auflage 2002


Was ich dir wünsche:

Für jeden neuen Tag einen guten Gedanken
für dich und von dir -

Für jeden neuen Tag ein gutes Wort
für dich und von dir -

Für jeden neuen Tag ein fröhliches Lächeln
für dich und von dir -

Für jeden neuen Tag ein Zeichen der Liebe
für dich und von dir -

An jedem neuen Tag das Wissen
geborgen zu sein in dem, der dich liebt

aus: Wilma Klevinghaus, ,
© Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, Eschbach / Markgräflerland, . Auflage



Und dass bei unseren Wochen und in unserem ganz persönlichen Alltag der eine oder andere Wunsch erfahrbar, erlebbar werden kann, das wünsche ich uns allen!