zur Navigation Inhalt überspringen Briefe, Gedichte und Sprüche 2003

Heft-Titelgrafik: Händereichen
Heft-Titelgrafik: Händereichen


Deine Stunden
mögen dich bereichern mit allem,
was für dich lebenswert ist.

Deine Tage
sollen dir
ewigkeitsnahe Augenblicke des Glücks schenken.

Deine Wochen
mögen dich innehalten lehren.

Deine Jahre
sollen dich den Sinn finden lassen,
der in allem liegt.

Dein ganzes Leben
möge am Ende neu beginnen -
zeitlos und glückselig.

Peter Friebe


Linz, im Oktober 2003

Liebe Freunde!

Dieser Zuruf hat mich mitten im Sommer erreicht: "Weißt du, Wilfried, dass es bei eurer Freizeit in Südtirol im September das 40. Mal ist, dass ihr bei uns seid?" - Marianne und Toni, nein, ich hab's nicht gewusst, dass die Sommer-, Herbst- und (ein paarmal) Winter - Freizeiten schon so viele waren.

Mein Echo ist auch ein Zuruf: Euer Haus im Pustertal ist ein echtes Daheim für uns geworden! Eure familiäre Herzlichkeit hat es uns immer neu geschenkt. Dafür dank' ich euch!

Und viel Erfreuendes habt ihr mit uns erlebt - ein doppeltes ist es geworden in diesen vielen Jahren: Rudi, Christl, Berthold - besonders ihr habt uns mit so vielen Freunden die Bergwelt der Dolomiten erschlossen! Ist sie nicht in all ihrer Schönheit vielen zur neuen Heimat geworden? Und die andere wertvolle Seite: Immer wieder haben mir viele gerade bei euch zugerufen: "Eine lebenspendende Gemeinschaft haben wir hier erhalten!"

Ich dank' euch tief drin für dies Lebensgeschenk und für solche Treue darin!

Genauso möchte ich auch dir, Reinhold (Dr. Wolf) zurufen! Das 25. Mal warst du mit uns und deinen Lionsfreunden von Reutte unterwegs. Erlesene Gustostückerln an Natur und Kultur in Österreich und hinein in unsere Nachbarländer hast du uns erschlossen. Die Außerferner Nachrichten schrieben zu diesem 25. Mal: "Weil Dr. Wolf auch das Jahr über mit den blinden und sehenden TeilnehmerInnen in Verbindung bleibt, hat er dadurch eigentlich eine eigene Familie erhalten."

Ja, Reinhold, die bleibende Freude aus dieser Familie wünsch ich dir!

Wenn ich mit euch, liebe Freunde, übers Erleben der Freizeiten gesprochen habe, habt ihr dazu gesagt: "Es ist ein erfrischender Lebensgewinn!"

In einer sehr veränderten Welt im Vergleich zu früher leben wir. Ist sie nicht in vielem verunsichernd geworden? Ist die Lebensgestaltung, die wir mitmachen müssen, nicht verhärtend? Sind nicht viele erschöpft von Überforderungen? Sind wir nicht wie entwurzelt aus dem Boden, den wir gewohnt waren? - Darf ich mit euch hinblicken auf einige tragende, starke Wurzeln in unserem Lebensboden: Sind wir noch gesund verwurzelt in erfrischender Natur zu unserem Aufleben daraus? Finden wir auch Wege dahinein? Leben wir aufatmend mit unseren wundervollen Kulturschätzen? Gelingt uns im tiefen Herzinneren ganz persönlich ein Dasein in Gottes Gegenwart? Gibt es ein wundervolles Miteinander im Gehen seiner Wege mit uns?

Wollen uns unsere Freizeiten nicht zu all diesen Wurzeln hinführen? Gerade auf religiösem Weg, ganz unaufdringlich, möge dies sein.

Und noch diese Frage: Wie würdest du das Erleben der Freizeiten kennzeichnen? Ich hoffe, sie sind für dich ein Lebensbereich, in dem du wertvoll dich einbringen kannst, dich reich erleben, ja schenken kannst. Diese Freude mit uns wünsche ich dir!

Und im Blick auf das wieder vielfältige ("reiche!") Angebot wünsch' ich dir schon die Vorfreude darauf!

Froh mit dir darüber

Dein Wilfried


Ich wünsche dir die Melodie deines Lebens, die deine Persönlichkeit zum Klingen bringt, fröhlich beschwingte Töne, zu denen du singst, tanzt und lachst und auch andere erfreust, fließend schmeichelnde Töne, durch die du Liebe und Anerkennung erfährst und diese auch weiterschenkst.
Ich wünsche dir, dass tiefe und dunkle Töne in deinem Leben dich nicht erdrücken und mutlos machen, sondern zu neuen Höhen führen.
Ich wünsche dir, dass deine Melodie ein Klang des Himmels ist.

nach Christa Carina Kokol


Was ist das Leben? - Es ist die Spur des Leuchtkäfers in der Nacht.
Es ist der Atem des Büffels im Winter.
Es ist nicht mehr als ein kleiner Schatten,
der über die Gräser huscht und sich im Sonnenlicht verliert.

Crowfoot, Blackfoot


Wir sind Engel mit nur einem Flügel. Um fliegen zu können, umarmen wir uns.


Wenn du fortziehen musst, Freunde verlassen, dann mag es sein,
dass tausend Kilometer einander trennen.
Aber im Herzen gibt es keine Kilometer.

Kristiane Allert-Wybranietz


Morgenrot am Himmel, taufrisches Gras,
sich öffnen, bereiten - dem Licht entgegen, dem Menschen.

von Margot Bickel, aus "Jahreszeiten", Herder Verlag, 1990


Ein Wort der Anerkennung ist wie eine gute Frucht, die stärkt und neue Kraft gibt.

Christa Carina Kokol


Wenn das Fernweh und alles in mir nach Abstand ruft,
schicke ich wenigstens meine Gedanken auf eine Reise,
lasse sie weiden auf grünen Wiesen der Erinnerung,
schicke sie auf vertraute Wegstrecken meiner Vergangenheit,
gönne ihnen dort Ruhe, wo ich schon einmal Ruhe fand -
und kehren sie zurück, verhallt der Ruf des Fernwehs, der Ruf nach Abstand.

von Margot Bickel, aus "Jahreszeiten", Herder Verlag, 1990


Ich wünsche dir,
dass du immer ein offenes Ohr hast, einen neugierigen Blick,
einen wachen Geist, eine schützende Hand, ein aufmunterndes Wort;
dass sich Menschen geborgen wissen in deiner Freundschaft,
in deiner Zuneigung, in deiner Liebe.

Udo Hahn


Morgengrauen - aus dem Dunkel heraus meine Hoffnung auf den Stern richten,
der den kommenden Morgen ansagt, und ihn in meinem Herzen aufgehen lassen.

Andrea Schwarz


Blumen sind das Lachen der Erde.


In einem Sandkorn ist die ganze Welt enthalten, und der Himmel in einer wilden Blume;
in deiner Hand siehst du den Kosmos walten, und Ewigkeit in einer Stunde.

William Blake


Mit den Bäumen seid vorsichtig.
Die Vögel hängen ihre Nester und die Kinder ihre Träume darin auf.
Der müde Wanderer, der Sonnenglut überdrüssig, sucht ihren Schatten.
Und wir alle sehen in ihnen im Ablauf des Jahres ein Bild des Lebens.
Darum seid vorsichtig mit den Bäumen!

Marie Hüsing


Gott segne unseren Weg,
die sicheren und die tastenden Schritte,
die einsamen und die begleiteten,
die großen und die kleinen.

Gott segne unseren Weg mit Atem über die nächste Biegung hinaus,
mit unermüdlicher Hoffnung, die vom Ziel singt, das sie nicht sieht,
mit dem Mut stehenzubleiben und der Kraft weiterzugehen.

Gottes Segen umhülle uns auf unserem Weg wie ein bergendes Zelt.
Gottes Segen nähre uns auf unserem Weg wie das Brot und der Wein.
Gottes Segen leuchte uns auf unserem Weg wie das Feuer in der Nacht.

So gehen wir im Segen,
und gesegnet sind wir Segen,
werden wir Segen,
sind ein Segen
wohin der Weg uns auch führt.

aus: Katja Süß, Gesegneter Weg,
© Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, Eschbach / Markgräflerland, . Auflage



Und dass wir bei unseren Wochen, in unserem ganz persönlichen Alltag, diesen Segen spüren dürfen - durch einen lieben Menschen, ein gutes Wort, eine Geste, ... das wünsche ich uns allen!