zur Navigation Inhalt überspringen Briefe, Gedichte und Sprüche 2004

Heft-Titelgrafik: Händereichen
Heft-Titelgrafik: Händereichen


Es gibt ein erfülltes Leben - trotz vieler unerfüllter Wünsche.

Dietrich Bonhoeffer



Linz, im September 2004
Liebe Freunde!
So viel erfrischendes Aufleben haben mir die Freizeiten dies Jahr wieder geschenkt. Selber konnte ich's erleben und von den vielen anderen hab ich's erfahren.
Bei der Tandemfreizeit im Innviertel, bei der ich zu Besuch war, ist mir diese Blickrichtung in den Sinn gekommen: unsere Landschaften bei den Freizeiten. Die Landschaften in den Natur- und Kulturwelten, unsere Menschenlandschaften und die Landschaft unseres Vertrauens. Darum möchte ich euch in diesem meinem "Jahresbrief" da hinein mitnehmen.
Nehmt es gleich dazu, wie ihr dies schon persönlich habt erleben können. Manche schon so oft oder das erste Mal. Es ist uns eine erfreuende Erinnerung und wohl ein tiefes Staunen.
Gerade war die Tandemschar entschwunden, da konnte ich hineinschauen in die schöne Innviertler Landschaft - Ährenfelder, Wiesen, kleine Waldungen, ein hügeliges Land. Da und dort die Ortschaften, ruhig gelegen - Natur und Kultur noch gesund geblieben, offen für uns.
Ja, ihr schaut mit mir: von den Bergwelten der Südtiroler Dolomiten angefangen bis zu den Dünen der Insel Texel nahe Holland, vom Neusiedlersee bis zum Bodensee, so viele Landschaften, wunderschön. Wir schöpfen aus noch gesund gebliebenem Europa. Da möchte ich euch danken dafür, dass ihr uns immer neue wunderbare Landschaften mit einem gelungenen Verbleib erschließt und meistens dann selber die Freizeit(en) als LeiterIn übernehmt. Fast jedes Jahr kommen ja wieder neue dazu! Ein ganz wertvoller Boden ist das für uns!
Unsere Menschenlandschaften: Ihr, Anikà und Ancsa, habt es so gesagt, die ihr aus dem Ungarland zu uns gefunden habt: "Mit Worten ist es kaum wiederzugeben - unser Erleben im Mühlviertlerland und die Stimmung der Wandergruppe." Ihr schenkt es uns, was euch die menschlichen Begegnungen bedeuten, die ihr in dieser familiären Gemeinschaft erfahren habt (siehe Bericht Königswiesen).
Schon 2001 hat es Anna aus Linz als "Neuling" so erfreuend ausgesprochen: "Ich war so berührt von der Offenheit und Herzlichkeit blinder Menschen. Ihr Humor, ihr Feingefühl und ihre Liebe sehenden Menschen gegenüber bewegten mich. Es war ein Geben und ein Nehmen. Sie sind eine große Bereicherung in meinem Leben, für die ich ihnen von Herzen dankbar bin."
Wir erleben Menschen, wie sie ihr Leben staunenswert meistern und sind erfreut, wenn bei diesem Meistern wir dabei sein können.
Bei den Freizeiten erleben wir ein frohes Aufblühen unseres Lebens, und aus den Freizeiten erwächst oft ein neues Früchtebringen. Ein Beispiel dazu aus den vielen: Beim wilden Wetterleuchten auf dem Würzjoch in Südtirol haben Judith Maria und Karl einander gesagt: "Jetzt wissen wir, dass wir in Zukunft zusammen gehören." Nun sind ihnen fünf Kinder geschenkt. Warum ich das gerade hier zu euch bringe? Daniela, die Älteste, war schon als Begleiterin bei der Berliner Tandemfreizeit, Karl stellt für die Blinden Oberösterreichs seinen Neunerbus zur Verfügung, Judith Maria besucht jede Woche Gerti, die blind ist und kaum hört und geht mit ihr aus. Freunde sind sie geworden. Das ist eine Welt des Friedens, die Herzenshoffnung gibt inmitten einer grausamen Welt der Zerstörungen durch Menschen. Und diese Welt des Friedens ist überall im Kleinen spür- und erfahrbar.
Die Landschaft des Vertrauens: Begonnen haben wir im Echowinkel auf der Wurzeralm 1971: "Vater, lenk du und wende, Dir in die Hände sei dieser Anfang, sei alle Vollendung gelegt. Du weißt unseren Weg weiter, wir vertrauen dir."
Jedes Mal neu schöpfen wir aus diesem Vertrauen. Im Sommer in Innichen sagte mir ein junger blinder Masseur: "Wenn ich eine Freude erlebe, besonders wenn jemand mir dankt, dass ich ihm als Masseur oder als Physiotherapeut hab helfen können, ist für mich wieder ein Stück Gott dabei."
Lebendig sollen sie euch bleiben, unsere Lebenslandschaften der Freizeiten, das wünsch ich euch, liebe Freunde!
Aus einer Parklandschaft und Freundeslandschaft in Linz grüßt euch herzlich
euer Wilfried


Jede kleine Freude ist wie eine Blume, die der Himmel streut.


Morgengedanken von Jeff V., sehend
Guten Morgen! In diesen Tagen hab ich euch mal richtig angeschaut. Was besonders auffällt, ist eure Freude. Da ist mir ein alter schottischer Spruch eingefallen: "Ein Lächeln kostet weniger als elektrischer Strom und gibt mehr Licht."
Was hat eigentlich das Lächeln, dass du und ich es gerne haben?
Was hat das Lächeln, dass es die Herzen erobert?
Einem Lächeln kann auf lange Sicht niemand widerstehen.
Ehrlich lächeln zeigt, dass ich mich über dich freue, dass ich Kontakt mit dir möchte,
dass ich dankbar bin, dass du da bist!
In diesem Sinne: "Ein Lächeln kostet weniger als elektischer Strom und gibt mehr Licht!"
Einen guten Tag!


Wo befreundete Wege zusammenlaufen, da sieht die ganze Welt für eine Stunde wie Heimat aus.

Hermann Hesse


Hinter jedem Menschen steht ein Geheimnis, seine Geschichte, sein Weg, seine Umwege -
dieses Geheimnis zu ergründen, deines, meines,
das Geheimnis des Lebens überhaupt - lohnt sich!


Es gibt keinen Weg zum Glück.
Das Glück ist der schöne, holprige Weg, auf dem wir gehen, stolpern, tanzen, ...


Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.

John Lennon


Ich wünsche dir die zärtliche Ungeduld des Frühlings, das milde Wachstum des Sommers,
die stille Reife des Herbstes und die Weisheit des erhabenen Winters.

Irischer Segenswunsch


Der Friede in deinem Herzen macht den Menschen, die dir nah sind, das Leben schön.

Roger Schutz


Ein Wort der Bewunderung ist wie eine Blüte,
die mitten in kalter Zeit aufbricht und dem Leben Farbe, Duft und Freude verleiht.

Christa Carina Kokol


Gott, schenke mir Fantasie, Toleranz und Humor,
um von den Strahlen der Sonne zu träumen,
ihre Schattenseiten zu tolerieren
und belustigt über ihr Tanzen auf der eigenen Nase zu sein.

Christa Carina Kokol


Ich wünsche dir an jedem Tag ein paar Wolken und Nebel,
die dir manche Aussicht verhüllen und doch nichts zerstören,
die bildhaft zeigen, dass es unendlich mehr gibt, als du erfassen kannst
und hinter allem Dunkel die Sonne strahlt.
Ich wünsche dir an jedem Tag auch ein wenig Wind,
der dir Flügel verleiht und Neues wagen lässt,
der dich emporhebt und manches von oben aus zeigt,
der stickige Räume durchweht und eine Ahnung von Gottes Geist verströmt.

Christa Carina Kokol


Wir sind nicht auf der Erde, um ein Museum zu hüten,
sondern um einen Garten zu pflegen,
der von blühendem, vielfältigem Leben strotzt.

Papst Johannes XXIII.


Dein Leben sei bunt ...
Ich wünsche dir in deinem Leben das GRÜN der Hoffnung,
der jugendlichen Abenteuerlust, des ständigen Neubeginns.
Ich wünsche dir in deinem Leben das BLAU des Himmels,
der Weite des Horizonts, der Tiefe des Seins.
Ich wünsche dir im Leben das GELB der Sonne,
voll herrlicher Strahlen und lichtvollem Glanz.
Ich wünsche dir im Leben das ROT der Liebe,
den Duft einer Rose, die Freude am DU.
Ich wünsche dir im Leben auch die Dunkelheit der Nacht,
die Geduld des Weisen, die Weite des Erfahrenen.
Ich wünsche dir im Leben das WEISS der Vollendung,
eine Ahnung von dem, was Gott dir bereitet hat.

Christa Carina Kokol



Eine gute Zeit, dass die Farben unser aller Leben bunt werden lassen, dass viel Sonne aus unseren Wochen weiterstrahlen kann, das wünsche ich uns allen!
Eure Christl



Im heurigen Jahr verließen uns zwei liebe Menschen, die, wie Johannes XXIII. sagte, zu den Unsichtbaren gehören, aber nicht zu den Abwesenden. Wir denken an Antonia Kerschner und Walter Peßl, die uns in Gottes Liebe und Frieden vorausgegangen sind.