zur Navigation Inhalt überspringen Briefe, Gedichte und Sprüche 2005

Heft-Titelseite mit Grafik eines Händeschüttelns
Heft-Titelseite mit Grafik eines Händeschüttelns


Unsere Freizeiten - ein Teil unseres Lebens -

in Anlehnung an Gedanken von Pater Wilfried
(Pater Wilfried erholt sich noch von einem Schlaganfall)
Was sind unsere Freizeiten?
Zunächst einmal ganz einfach ein Zusammentreffen von Frauen und Männern - von Menschen unterschiedlichen Alters und Lebensstandes, unterschiedlicher beruflicher Herkunft und Weltanschauung bzw. Religion.
Beim genaueren Betrachten bin ich draufgekommen, diese Treffen sind Fügungen, die Menschen oftmals Kraft und Bestärkung geben, noch weit über eine Freizeit hinaus. Menschen treffen sich, um miteinander unterwegs zu sein und eine bestimmte Zeit gemeinsam zu erleben. Ob im Winter oder Sommer, ob auf dem Fahrrad, zu Fuß oder auf Schiern. Blinde und sehende Menschen gestalten die Freizeiten und erleben Gemeinschaft und Herausforderung, Begleitung und Verantwortung.
In den Freizeiten sind wir unterwegs in schönen Teilen unserer Welt und damit unseres Lebens.
Wer einmal dabei war, wird bestätigen: jede/r kann in diese Gemeinschaft hineinwachsen. Jede/r darf einfach sein wie sie/er ist und erlebt Angenommensein und auch Herausforderung. Das gilt sowohl für blinde als auch sehende Menschen.
Ein wichtiger Aspekt ist die Zeit für das Miteinander-Reden, von anderen zu hören, was gerade dran ist. Welche Erlebnisse und Erfahrungen die Menschen gemacht haben. Die Fragen und Sorgen haben Platz. Miteinander zu lachen, feiern und fröhlich zu sein. Schmerz und Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen wird ausgesprochen. Weil all dies Platz hat, denke ich, fühlt jede/r sich ernst genommen mit dem was sie/ihn bewegt.
Das was erlebt wird, kann auch Ansporn sein, in der Gruppe Erlebtes mitzunehmen in die Lebensbereiche, in die die Einzelnen nach solch einer Freizeit wieder aufbrechen.
Die Vision für die Zukunft der Welt würde dann mit den Worten beschrieben: Ein Zueinanderfinden von Menschen unterschiedlichen Alters und Lebensstandes, unterschiedlicher beruflicher Herkunft und Weltanschauung bzw. Religion. Das Leben der Menschen wäre ein Miteinander, wo ganz klar ist, dass jede/r Fähigkeiten und Talente hat und diese in einem bestimmten Rahmen einsetzten kann, zum Nutzen aller!
Die Freizeiten sind auch so etwas wie eine eigene Welt, die sich allerdings nicht abschotten will und darf. Es ist wohl wichtig, uns stets daran zu erinnern: Wir haben ein gemeinsames Ziel, eine gemeinsame Aufgabe. Diese lautet schlicht und einfach: Mitbauen an einer Welt der Hoffnung, des Friedens und der Gerechtigkeit, an einer Welt der Zukunft für die Menschen und die Natur.
Da wo wir offen miteinander umgehen, aufeinander zugehen, erleben wir auch, wir brauchen keine Angst zu haben vor anderen Menschen.
In den Freizeiten können wir Lebensgewinn erfahren. Solch eine Zeit kann eine Freude und Hoffnung entfachen, ein Strahlen, welches wir in unseren Alltag mitnehmen können.
Ich habe diese Freizeiten immer als Geben und Empfangen erlebt und wünsche das auch allen, die diese Wochen organisieren und allen, die daran teilnehmen.
Hans Wimmer, sehend (derzeit Kaplan in Mondsee)

Komm mit, denn du gehörst dazu!

Jetzt, wo du dieses Heft in Händen hältst, ob du schon lang mit uns gehst oder ganz neu bist, du gehörst dazu.
Für viele von uns sind diese Freizeitwochen ein fester und liebgewonnener Bestandteil unseres Lebens geworden. Wochen mit wunderschönen Erlebnissen beim Bergsteigen, Wandern, Tandemfahren, Langlaufen und Musizieren. Wochen, die getragen sind von aufrichtigem Mit- und Füreinander, von bestärkenden Gedanken und Gesprächen. Auch wenn viele von uns sich schon lange kennen, die Gruppen wie feste Gemeinschaften wirken, da ist Platz für jeden, der mit uns sein möchte. Lass dich ein und bring dich ein so wie du bist. Wachs hinein. Du bist willkommen wie du bist.
Hoffnung und Frieden für dich und alle mit dir!
Judith Faltl, blind

Wenn der Himmel einen Menschen liebt, dann lässt er ihm einen Freund begegnen!

Dies ist eine Weisheit aus China und Pater Wilfried hat dazugesetzt: Viele haben wir gefunden!
Das ist auch bei mir so - unser großer Freundeskreis der Blindenfreizeiten - es ist mir ein so schönes Miteinander geworden, das ich um nichts in der Welt missen möchte!
Seit 20 Jahren bin ich mit euch verbunden und aus diesem Kreis heraus ist unsere fünfköpfige Familie entstanden, unsere Kinder sind mit den Blindenfreizeiten groß geworden, und ich bin froh und dankbar darüber!
Unser alter, runder Tisch in der Gaststube in St. Martin ist für mich ein schönes Symbol: er ist kein Schmuckstück, er ist nicht mehr schön, aber er hat viel erlebt, und es finden viele Menschen Platz, die sich immer wieder um ihn versammeln - zum (Gottesdienst) Feiern, Spielen, Singen, Musizieren, einfach miteinander - reden ...
Lasst uns miteinander reden und auf Wanderwegen, Radwegen, Winterwegen und auch auf unseren Lebenswegen Begleiter und Begleiterinnen sein!
Petra Gappmaier, sehend



Ich wünsche dir ...
Wurzeln, die dich fest verankern, dass dir die Stürme des Lebens nicht so viel anhaben können.
Ich wünsche dir, dass die Quellen, aus denen du Kraft schöpfst, nicht versiegen und du immer
wieder auftanken kannst.
Ich wünsche dir stille Stunden, in denen du dich zurückziehen und ganz du selber sein kannst.
Ich wünsche dir verträumte Stunden als Ausgleich zum Alltag, in denen die Seele Flügel hat,
in denen du deinen Wünschen und deiner Sehnsucht freien Lauf lassen kannst.

Jutta Metz


Selbst der längste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.


Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.

Wilhelm von Humboldt


Eine Freude vertreibt hundert Sorgen.

(aus China)


Wenn wir einander festhalten aus Angst, der andere könnte gehen, dann sind wir Gefangene.
Wenn wir einander gehen lassen, damit wir zurückkommen können, sind wir Liebende.


Was der Mensch will, ist letztendlich nicht das Glücklichsein, sondern ein Grund zum Glücklichsein.

Viktor Emil Frankl (1905-1997)


Eine Freude, die von außen kommt, wird uns auch wieder verlassen.
Jene anderen Werte aber, die im Inneren wurzeln, sind zuverlässig und dauernd.

Seneca


Gehe nicht nur glatte Straßen.
Gehe Wege, die noch niemand ging, damit du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub.

Antoine de Saint-Exupéry


Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling.
Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man haben.

Hans Christian Andersen



Sommer ... sein Duft des Morgens,
seine Glut des Tages,
sein Glanz des Abends,
seine Träume der Nacht
werden dich auch im Winter erwärmen.

Christa Carina Kokol


Manchmal höre ich sie,
die Klänge aus meiner Welt der Träume und Fantasien,
manchmal spüre ich sie - mitten im Alltagsgetriebe.
Manchmal vergesse ich den Ernst des Lebens und schlage den Takt dazu.
Ich beginne zu singen, zu lachen und einfach fröhliche Sachen zu machen,
bis die Haut eines gereizten, unduldsamen, überforderten Menschen von mir abfällt
und ich wieder jener liebenswerte Mensch werde,
als der ich von Anfang an gedacht bin.

Christa Carina Kokol


Unsere Lebensreise ...
Wir brauchen in der Landschaft unseres Lebens Höhen und Tiefen,
wie unbequem sie auch sein mögen,
damit unsere Gedanken und Kräfte tätig strömen können.
Unsere Lebensreise ist eine Reise in einem unbekannten Land,
wo Hügel und Schluchten sich plötzlich uns in den Weg stellen
und unseren Geist immer in Tätigkeit halten.
Sie kommen nicht nach unserem Verdienst,
sondern unser Verdienst wird danach geschätzt, wie wir sie überwinden.

Rabindranath Tagore


Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr,
sondern um Kraft für den Alltag.
Verleihe mir die nötige Phantasie,
im rechten Augenblick ein Päckchen Güte
mit oder ohne Worte an der richtigen Stelle abzugeben.

Antoine de Saint-Exupéry


Ich wünsche dir offene Augen, um im Leben zu sehen,
dass es die Dunkelheit ist, die Licht erst begreifen lässt.
      Ich wünsche dir die Kraft, an deine Person zu glauben
      und dein eigenes Lebensnetz immer neu auszuwerfen.
Ich wünsche dir Geduld, um einfach zu warten
und die Erwartung auf das, was kommt, aushalten zu können.
      Ich wünsche dir Vertrauen,
      dass auch durchkreuzte Pläne wesentliche Meilensteine auf deinem Lebensweg sind.
Ich wünsche dir eine fröhliche Gelassenheit, dass alles so kommt,
wie es gut ist für dich, auch wenn du es heute noch nicht glaubst.
      Ich wünsche dir die Erfahrung,
      dass dein ganzes Leben mit seinen Höhen und Tiefen,
      in Gesundheit und Krankheit, Freude und Leid
      einen ganz besonderen Sinn hat.

Christa Carina Kokol


Mit diesem Text wünsche ich uns allen eine gute Zeit voll Leben!


Ich glaube, dass jeder Mensch mit einer unerfüllten Sehnsucht aus diesem Leben scheidet.
Ich glaube auch, dass die Treue zu dieser Sehnsucht die Erfüllung unseres Lebens ist.

Christine Busta


In Liebe und Dankbarkeit denken wir an Gerti Aneter, Manfred Müller und Adi Feichtner, die uns vorausgegangen sind in Gottes Freude und Licht.