zur Navigation Inhalt überspringen Wandern in den Frühling in Hüttschlag / Großarltal / Salzburg - 2008

Es war meine erste Wanderwoche mit der Blindengruppe als Begleiterin von Frau Lisl Fruhwirth. Das Begleiten war ich schon gewohnt, da wir in Graz einmal im Monat eine Wanderung machen.

Wir fuhren mit dem Zug nach Bischofshofen, wo wir abgeholt und durchs Großarltal bis nach Hüttschlag gebracht wurden. Das Tal ist dort recht beengt, doch es gibt 40 bewirtschaftete Almen, von denen wir einige in dieser Woche kennenlernten.

Der Empfang beim "Hüttenwirt" war sehr herzlich, ich hab mich gleich wohlgefühlt. Wir wurden die ganze Woche liebevoll umsorgt - ein herzliches Danke an alle!!

Die ersten beiden Tage waren bewölkt, aber angenehm, wir wanderten auf Forststraßen, aber der dritte Tag war der Höhepunkt der Woche - eine Gratwanderung mit Blick auf die Berge und Täler sowie den Tappenkarsee. Die Blumenpracht war unbeschreiblich! Wir kamen an Schneefeldern vorbei und sahen sogar Froschlaich - auf über 2000 Metern! Auch der Rest der Woche verlief harmonisch mit (wetterbedingt) kleineren Wanderungen und dem Besuch eines Museums.

Unsere Abende vergingen schnell mit Singen, Tanzen oder beim Uno-Spielen.

Am meisten beeindruckt hat mich das Vertrauen der blinden Menschen in ihre BegleiterInnen und dass so vieles an auch anspruchsvollen Wegen möglich war.

Langeweile kam nicht auf: Die Leute in Hüttschlag waren sehr freundlich, der Kaufmann erzählte mit leuchtenden Augen aus seinem Leben und hat zum Fotografieren sogar den Hut aufgesetzt! Irmi versorgte uns mit den neuesten Fotos der Wanderungen, schönen Liedern, feinen Harfenklängen, sowie einem eigenen Hauskonzert. Beim Wandern begleitete sie uns mit vielen Informationen und ihrem Humor. Sogar ein Theaterstück konnten wir besuchen! An einem Morgen fand eine Wanderfreundin ihre Wanderschuhe nicht und bat uns nachzusehen - da war ich mir wirklich unsicher, ob ich meine oder fremde anhatte - so oft bin ich auch nicht unterwegs!

Die Schafe begannen in der Früh vor meinem Fenster zu fressen - ihre Glöckchen waren um vieles feiner als der Autolärm in der Stadt!

Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen bei der nächsten Wanderwoche!

Elisabeth P., sehend