zur Navigation Inhalt überspringen Wanderfreizeit in Oppenau / Schwarzwald vom 11. bis 20. Mai 1987

Meine Schwester Ulrike und ich wollten einmal den Schwarzwald kennenlernen. Wir meldeten uns daher schon frühzeitig zur Wanderfreizeit im Städtchen Oppenau an. Bereits die Hinfahrt brachte uns in die richtige Urlaubsstimmung. Ein großer Teil der Bahnstrecke führte am Rhein entlang. Die Landschaft mit zahlreichen Weinbergen beeindruckte uns sehr. Die historischen Burgen erinnerten an vergangene Zeiten.

Bei der Ankunft in Oppenau wurden wir von den anderen Freizeitteilnehmern herzlich begrüßt. Die Anreise nach Oppenau hatte alle hungrig und durstig gemacht. Die beiden Köchinnen Leni und Agnes mußten etwas geahnt haben. Sie waren in der Küche bereits sehr fleißig gewesen. Das reichhaltige Abendbrot ließ uns bald den Hunger vergessen. Gegen den Durst gab es ein würziges Pils.

Das Wetter meinte es mit uns leider nicht immer gut. Einige Tage waren total verregnet. Am Himmel befanden sich oft nur dunkle Wolken. Die Sonne traute sich selten hervor. Die Stimmung in der Gruppe litt hierdurch aber nicht.
Das gute und reichhaltige Essen versöhnte uns für die zahlreichen Regenschauer. Wir möchten uns bei Leni und Agnes für ihre viele Mühe bedanken. Sie arbeiteten in der Küche, während wir uns erholen durften. Kehrten wir von einer Wanderung oder einem Ausflug zurück, roch es immer gut aus der Küche. Alle waren sich einig: "Hier wird mit Liebe gekocht."

Auf den Wanderungen erlebten wir die heimische Natur. Es tat gut, durch die Wälder zu gehen, ohne vom Straßenlärm belästigt zu werden. Für blinde Menschen ist eine derart ruhige Umgebung ein Geschenk. Das Rauschen des Baches, das Zwitschern der Vögel und die Windgeräusche in den Bäumen konnten wir bei den Spaziergängen ungestört genießen.

Unsere Halbtagswanderung am Sonntag verlief nicht ganz planmäßig. Am Wetter lag es nicht. Die Sonne schien den ganzen Tag. Die Wanderwege waren anfangs steil, aber gut ausgebaut. Nach einiger Zeit erstreckte sich vor uns ein steil herabführender Weg. Sein Untergrund war stark verschlammt. Einige meinten, wir hätten uns verlaufen. Die Mehrheit wollte aber den Abstieg wagen. Der rutschige Untergrund ließ ein schnelles Gehen nicht zu. Wir rutschten oft nur weiter. Nach einige Minuten wurde allen klar, daß dies wohl nicht der eigentliche Wanderweg sein könnte. Trotzdem gaben wir nicht auf. Nach den Anstrengungen schöpften wir neue Kräfte durch einen Eisbecher mit Früchten und Sahne.

Ein Höhepunkt war das Grillfest. Es gab Bier vom Faß, Schnitzel und Würstchen. Alle langten kräftig zu. Bald war niemand mehr hungrig oder durstig. Der Abend klang in gemütlicher Runde aus.

Die Wanderung zum Bruder von Elisabeth Huber kostete viel Kraft und Schweiß. Fast der gesamte Weg ging bergan. Nach der Ankunft wurden wir für unsere Mühe belohnt. Es gab Speck und Bauernbrot, Most und Kirschwasser. Die "guten Geister" taten ihre Wirkung. Auf dem Rückweg ging es entsprechend lustig zu.

Die Abende verbrachten wir in geselliger Runde. Es wurden viele Gespräche geführt. Dadurch lernten sich die Teilnehmer besser kennen.

Leider gab es nicht genügend sehende Begleiter. Die Sehenden hatten also viel "Arbeit" mit den Blinden. Ihnen gebührt ein besonderer Dank.

Die Freizeit wurde durch Rosa und Hilde Becker gut vorbereitet und durchgeführt. Alles lief perfekt.

Wir, Ulrike und Wolfgang, freuen uns schon sehr auf die nächste Wanderwoche in Oppenau. Hoffentlich steht unserer Teilnahme nichts im Wege.

Ulrike und Wolfgang Aßbrock, BRD (kleiner Sehrest)