zur Navigation Inhalt überspringen Bergwandern in St. Martin am Tennengebirge / Salzburg vom 15. bis 22. August 2015

Vom 15. bis 22.08.2015 haben sich 15 blinde, sehbehinderte und sehende Wanderbegeisterte zum Bergwandern im Wanderhotel "Das Waldheim" in St. Martin im Tennengebirge zusammengefunden. Leider herrschte während der gesamten Woche sehr unbeständiges Wetter, sodass die Regenausrüstung beinahe unerlässlich war, was jedoch der sehr guten Stimmung in der äußerst harmonischen, lustigen und disziplinierten Gruppe keinen Abbruch tat.


Die erste Wanderung führte uns am Sonntag auf die Mahdalm (1.530 m) zu Hüttenwirt Blasius, laut Petra dem Mann mit den feschesten Wadeln weit und breit und immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen, der diese Alm wahrscheinlich in diesem Jahr zum letzten Mal bewirtschaftet.


Am Montag wanderten wir von Lungötz im Regen auf die Spießalm, die auf ca. 1.100 m liegt. Bei einer schmackhaften Brotzeit machten wir es uns in der Alm gemütlich. Die Spießalm ist für den besonders guten Käse in der Umgebung bekannt. Da sich das Wetter am Nachmittag leicht besserte, wanderte ein Teil der Gruppe noch hinauf zu den Urwaldbäumen und anschließend zurück zum Hotel.


Die meiner Meinung nach schönste Wanderung der Woche führte Petra am Dienstag bei Sonnenschein durch die Lammertalklamm bei Aptenau und anschließend über den Mühlenweg bis zum Schwarzenbach Wasserfall. Beeindruckend war das Tosen des hinabstürzenden Wasserfalls. Am Mühlenweg konnten einige Wassermühlen, in denen Marmorkugeln hergestellt wurden, von den Blinden ertastet werden. Nach einem kurzen Sonnenbad in der Rocheralm, die wir mit den Autos erreichten, wanderten einige von uns noch die ca. 120 Höhenmeter zur Rocherhöhe, ein kleiner netter Gipfel auf 1.257 m Höhe. Den Abstieg im steilen, wiesigen Gelände meisterte die Gruppe mit Bravour.


Am Mittwoch stand die bei uns sehr beliebte Bergtour von der Harmlalm über die Schwarzeneggalm zum Frommerkogel (1.892 m) auf dem Programm, da dieser Gipfel für die Sehenden bei gutem Wetter immer eine sehr gute Fernsicht bietet. Leider setzte nach der Frommer Niederalm Regen ein, so dass sich einige entschlossen, einer Jause in der Schwarzeneggalm den Vorzug zu geben, anstatt im wiesigen und rutschigen Gelände den Gipfel zu besteigen, denn von einer grandiosen Fernsicht konnten wir an diesem Tag nur träumen. Auch an diesem Nachmittag besserte sich das Wetter und drei Wanderlustige wanderten zurück zum Hotel.


Für den nächsten Tag war das Highlight der Woche, die von Petra geführte Hausfrauentour am Gosaukamm geplant, jedoch hatten sich sämtliche Wetterpropheten und Wetter-Apps geirrt, so dass Petra umdisponieren musste und die Gruppe im Regen auf die auf 1.330 m gelegene Schöberlalm führte. Dort wurden wir u.a. durch hervorragenden Kaiserschmarrn kulinarisch verwöhnt. Anschließend wanderten wir über die Karalm und den Ochsenkarrenweg zurück zum Hotel nach St. Martin. Am Abend feierten wir gemeinsam die von Franz, Martin und Elke sehr emotional gestaltete Dankandacht, bei der Julia das Bergkreuz von Franz überreicht bekam.

Aufgrund des weiterhin unbeständigen Wetters war auch am letzten Tag die Hausfrauentour im felsigen Gelände am Gosaukamm leider nicht möglich. Auch für diesen Tag hatte sich Petra eine sehr schöne Ersatztour, und zwar eine Rundtour von Annaberg (Korreit) über die Rottenhofhütte durch das Schigebiet Dachstein West auf die Gablonzer Hütte (1.522 m) und wieder zurück nach Annaberg überlegt.

Im Rahmen des Abschlussabends am Freitag, bei dem viele Lieder gesungen wurden und endlich die Gitarre zum Einsatz kam, wurde Franz für seinen 15-jährigen ehrenamtlichen Einsatz als Freizeitleiter und Mitbegründer dieser Bergwanderwoche von Petra und Georg mit einer Urkunde sowie der goldenen Nadel des Wanderhotels geehrt.

An dieser Stelle nochmals Danke an Franz, Martin und Petra für die gute Organisation dieser Bergwanderwoche und für Eure ruhige, lockere Art, insbesondere auch das angenehme Gehtempo während der gesamten Woche, denn gerannt oder überholt wurde nur, wenn es sinnvoll war und niemand dadurch ausgebremst wurde. Ein weiterer Dank geht an alle BegleiterInnen, die sich durch den Regen und Nebel nicht abschrecken ließen und uns dadurch ermöglichten, die Wanderziele zu erreichen, sowie an alle MitarbeiterInnen des Wanderhotels "Das Waldheim", die maßgeblich zum guten Gelingen der Woche beigetragen haben.

Johanna R., blind