zur Navigation Inhalt überspringen Wanderwoche mit Qi-gong in Pertisau am Achensee / Tirol - 2014

Unsere Qi-gong Übungen des "Regenbogenverschiebens", "Mondbetrachtens" oder "Sonneaufhebens", die uns Wilma geduldig vorzeigte, hatten eigentlich nichts mit "Schönwettermachen" zu tun. Die Almwanderungen um und hoch über dem Achensee dürften jedoch in der sonnigsten Woche im Mai 2014 stattgefunden haben.

Bei prächtigem Sonnenschein wanderten wir mit Stöcken über den felsigen Achenseesteig von Pertisau zur Gaisalm am Seestrand auf 930 Meter Seehöhe. Von dort mit individueller Blindenstocktechnik über Stock und Stein felsauf-felsab nach Achenkirch. Danach brauchten wir noch eine halbe Stunde mit dem Schiff zurück.

Am nächsten Tag, an dem sich auch Christl unserer Gruppe anschloss, wanderten wir über dem "Dien-Mut-Weg", der der Tiroler Landesheiligen Notburga gewidmet ist, zum Karwendelhaus. Nach einem Einkehrschwung und anschließender Seilbahntalfahrt kamen wir gut in unserer Hotelpension Enzian an, wo uns, wie jeden Abend, ein köstliches Abendmahl serviert wurde.

Echte Tiroler Gastlichkeit in einer traumhaften Landschaft erlebten wir auch auf der Feilalm. An den beiden letzten Tagen bestaunten wir das Rofangebirge, wo wir von der 1840 Meter hoch gelegenen Rofan-Seilbahn-Bergstation einmal zum 2200 Meter hohen Adlerhorst am Gschöllkopf aufstiegen und anderntags zur Dalfazalm wanderten. Dabei begleitete uns auch Anton, der Bruder des leider schon verstorbenen Pater Wilfried Lutz, der vor 43 Jahren die Blindenfreizeiten gegründet hatte. Anton führte uns auch zu dem von ihm geschmiedeten Pater-Wilfried-Gedenkkreuz mit dem typischen Edelweiß in seinem Kreuzungspunkt. So ein Bergkreuz als Kettchenanhänger erhalten ja alle, die dreimal an einer Blindenfreizeitwoche teilgenommen haben. Wie eindrucksvoll war es doch, dass wir auch Veronique als Nichte und Frederic als Neffen von Pater Wilfried, die diese Woche organisierten, in unserer Mitte hatten. So war es für uns drei blinde TeilnehmerInnen und unsere sehenden BegleiterInnen eine nicht nur sonnige, sondern auch besinnliche Wanderwoche in den Tiroler Bergen zwischen Karwendel und Rofan am Achensee. Es war ein eindrucksvolles Erlebnis während der Enzianblüte, wir haben diese Woche insgesamt gut 2000 Höhenmeter geschafft!

So eine Freizeit wünsche ich schon jetzt der nächstjährigen Achensee-Wandergruppe!

Franz K., blind