zur Navigation Inhalt überspringen Wandern im Fichtelgebirge zwischen Ochsenkopf und Schneeberg - Die Steinerne Ecke Nordbayerns - 2014

Wandern im Fichtelgebirge - Wanderbegleitung einmal anders

Eine völlig neue und durchaus besondere Erfahrung durfte ich in der Pfingstwoche als Wanderbegleiterin sammeln. In dieser Zeit weilte eine Wandergruppe, deren TeilnehmerInnen überwiegend aus Blinden bzw. Personen mit eingeschränkter Sehfähigkeit bestand, im Gasthof Siebenstern/Hotel garni Siebenstern. Diese hatte eine Wanderwoche im heilklimatischen Kurort Bischofsgrün im Herzen des Fichtelgebirges gebucht. Einige hatten ihre "Sehhilfen" (2- oder 4-beinig) schon mitgebracht, die Anderen wurden von Freiwilligen aus Bischofsgrün begleitet. Als eine dieser Bischofsgrüner Freiwilligen durfte ich die Gruppe an zwei Tagen begleiten und erleben. Eine meiner Meinung nach sehr anspruchsvolle Tour führte uns von der Luisenburg aus durch das Felsenlabyrinth, Europas größtes Granitsteinmeer, und weiter bis zur Kösseine. Hier war Klettern, Kraxeln, Kriechen auf allen Vieren, sowie Durchschlängeln über Stock und Stein, bergauf und bergab angesagt. Ich war erstaunt und begeistert, mit welcher Sicherheit und Selbstverständlichkeit die Gruppe diesen Weg meisterte. Nach einer Rast im Kösseine-Haus ging es dann überwiegend auf Forstwegen zurück zur Luisenburg. Durch viele gute Gespräche wurden meine Bedenken und meine anfänglichen Berührungsängste sehr schnell abgebaut. Die zweite Tour, die ich begleiten durfte, führte "meine Gruppe" (wir wanderten in zwei Gruppen), die aus zwei Blinden und mir bestand, überwiegend auf Forstwegen zur Ochsenkopf-Südseite. In Fleckl angekommen, trafen wir uns mit dem Rest der Wanderer zur Rast. Der Rückweg führte uns noch über den Walderlebnispfad mit seinen vielen Stationen zum Staunen, Hören und Fühlen bei guten Gesprächen nach Bischofsgrün zurück. Auch hier war ich sehr überrascht, wie sicher sich die Wanderer alleine, nur mit Wanderstöcken oder "Blindenstock" und nur nach Gehör bewegten.

Abschließend möchte ich mich bei der gesamten, stets gutgelaunten Gruppe, sowie bei Horst und Waldtraud sowie Flitzi, die diese Wanderwoche organisiert haben, ganz herzlich für diese tolle Begegnung und diese Eindrücke bedanken. Nach anfänglichen, kurzen Überlegungen, ob ich das als Begleitung schaffen kann, bin ich fasziniert von der Selbstständigkeit, Mobilität, Offenheit und auch von der positiven Ausstrahlung dieser Wandergruppe. Gerne werde ich wieder, wenn zeitlich möglich, als Mitwandererin zur Verfügung stehen.

Angelika Sch., sehend