zur Navigation Inhalt überspringen Bergwandern in Imst / Tirol mit evtl. einem Thermen-/Saunatag - 2008

Eine Bekannte machte mich auf die Bergwanderfreizeiten aufmerksam, nachdem ich ihr erzählt hatte, dass ich nach langer Bergabstinenz gerne wieder in die Berge gehen würde. Sie wies mich auch darauf hin, dass gerade in der Bergwoche in Imst sehr anspruchsvolle Touren gegangen werden.

Je näher der Beginn der Bergfreizeit heranrückte, desto mehr zweifelte ich an meinem Vorhaben. Reichen meine Kondition und Trittsicherheit wenigstens für die kleineren Touren aus? Werde ich wenigstens ein Gipfelkreuz erreichen? Werde ich als vermutlich schwächster Teilnehmer von der Gruppe akzeptiert? Der sicher gutgemeinte Rat meiner Bekannten, dass ich mir keinen Kopf deshalb machen solle, konnte mich nicht völlig beruhigen.

Die Touren, auch der sogenannten Wandergruppe, verlangten den Teilnehmern einiges an Kondition und Trittsicherheit ab. Eine neue Erfahrung war für mich außerdem, statt mit zwei Wanderstöcken mit nur einem Stock und mit einer Hand am Rucksack des Begleiters nachzugehen. Dies war für mich schwierig und gewöhnungsbedürftig und trieb meinen Begleitern wahrscheinlich mehr Schweißperlen als mir in die Stirn, was sie mich aber nie spüren ließen.

Meine Zweifel erwiesen sich tatsächlich als unbegründet. Von der Gruppe fühlte ich mich gut aufgenommen und auch Gipfel durfte ich zu meiner großen Freude erklimmen, Das Zu-Hilfe-Nehmen der Hände fiel mir leichter als das genaue Nachgehen am Rucksack. Auf dem Gipfel des Ötzer Wetterkreuzes war es so kalt, dass einige am liebsten ein Weihnachtslied angestimmt hätten.

Die Touren führten durch sehr reizvolle alpine Landschaften, und auch das Wetter spielte fast immer mit. Am Regentag besuchte ein Großteil der Gruppe die Therme, während eine kleine Gruppe eine kurze Wanderung unternahm.

Sehr beeindruckt haben mich die Disziplin, die Freundlichkeit, die gute Stimmung und die Hilfsbereitschaft innerhalb der Gruppe.

Großes Lob und Anerkennung verdienen alle sehenden Freunde, ohne die wir blinden und sehbehinderten Menschen ja nie auf Berggipfel gelangen könnten, und für deren Geduld und Aufmunterungen, die sie schwächeren Berggehern entgegenbringen. Das spornt an.

Die Woche ging sicher nicht nur für mich viel zu schnell vorüber und ich werde die Tage in Imst immer in guter Erinnerung behalten.

Wolfgang H., sehbehindert


In Imst waren drei junge sehende Leute mit dabei - ihre Eindrücke:

Regina, Schülerin: Ich habe an der Blindenfreizeit teilgenommen, da ich mich mit dem Thema "Blindheit" vertraut(er) machen wollte - dies hat eindeutig geklappt! Da ich mit dem Gedanken spiele, eine Ausbildung in sozialer Richtung zu machen, war das eine gute Gelegenheit und da die ganze Freizeit sehr persönlich ablief, war es weiters eine tolle Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen.

Leni, Schülerin: Anfangs war ich etwas nervös, doch das legte sich gleich nach dem ersten Abendspaziergang, da hab ich mich dann schon als Teil der Gruppe gefühlt. Durch meinen blinden Opa hab ich schon ein bisschen Erfahrung, konnte mir aber das Bergsteigen nicht gut vorstellen. Es hat super geklappt - die Wanderungen waren wunderschön und etwas ganz Neues für mich - ich war noch nie so hoch oben! Wir haben viel geredet und gelacht!

Anna Maria, Studentin: Im Feber 2007 ließ ich mir meine Augen lasern, da ich stark kurzsichtig war. Da dabei u.a. auch das Risiko der Erblindung bestand, setzte ich mich damals sehr mit diesem Thema auseinander. Nachdem die Operation sehr gut verlaufen war und ich von den Wanderwochen erfahren hatte, wollte ich gerne mitmachen und helfen.